fürsorgliche beratung

Die Form, die ich anbiete, ist Beratung. Die menschlich Haltung, die den Hintergrund meiner Beratung bildet, ist Fürsorglichkeit. Wenn ein Mensch in eine Grenzsituation kommt, in der er Unterstützung braucht, sind Form und Hintergrund wichtig. Sie bieten den sicheren Rahmen, der dem Beratungsprozeß, der Entwicklung des Themas und der aufbauenden Handlungsmöglichkeiten, Halt und Kraft gibt.

Was ist Beratung? Die KI gibt folgende Definition: „Auf einer allgemeinen Ebene kann man Beratung verstehen als einen Prozess, in welchem Ratsuchende in und durch die Interaktion mit einer anderen Person mehr Klarheit über Probleme und Bewältigungsmöglichkeiten, Entscheidungsalternativen und Entwicklungsperspektiven gewinnen.“ Die KI fokussiert also das Ziel von Beratung, nämlich zu Klarheit, Erkenntnis und (guter) Entscheidung zu gelangen. Klare Erkenntnis, was das Problem ist. Und klare Erkenntnis, was der Rat-Suchende mit seinen Mitteln in dieser Situation sinnvoll tun kann und was nicht. So weit, so gut. Was in dieser KI-Definition aber nur am Rande erwähnt wird, ist der Beratungsprozess, der dem Ergebnis vorangeht. Und welcher erst über die Interaktion mit einem anderen Menschen ermöglicht wird. Aus meiner Sicht ist es essentiell, dass Beratung nicht alleine oder mit einer Maschine geschieht und auch nicht mit einem Experten, der von seinem Expertenthron sagt, was zu tun sei. Nein, fürsorgliche Beratung ist lebendige Interaktion zwischen zwei Menschen. Wobei der Berater Denkanstöße und andere Perspektiven gibt. Ohne Antworten zu geben nimmt er eine dienende Haltung ein. Diese führt nicht zuletzt dazu, dass sich auch der Rat-Suchende erlauben kann, fürsorglich für sich und sein Anliegen zu werden und seine Antworten zu entwickeln. So wird über fürsorgliche Beratung intellektuelles Selbstvertrauen gefördert. Selbstvertrauen ist die Grundlage der Bereitschaft, auch schwierige Entscheidungen zu treffen. Das Ergebnis dieses Beratungsprozesses ist damit relativ offen. Es muss nicht immer darauf hinauslaufen, dass man sich sofort „besser fühlt“ oder einen sonstigen vorgestellten „Erfolg“ hat. Nein, Wahrheit, Erkenntnis und manche Lebensereignisse sind manchmal auch einfach eine Zumutung. Das Ziel fürsorglicher Beratung ist im Grunde eine vertiefte Anbindung an das Leben, so wie es ist. Und dann macht man, so gut es geht, das was anliegt. Der Ratsuchende ist nicht mehr allein passiver Beobachter sondern ist zum aktiven Teilnehmer in der Welt geworden. – Fürsorgliche Beratung bezieht sich in erster Linie auf Themen ohne Krankheitswert. Das unterscheidet sie von der Psychotherapie, die heutzutage als Heilbehandlung für Krankheitssymptome definiert und praktiziert wird.

Ablauf
Der Ablauf einer psychologischen Beratung ist unterschiedlich, so unterschiedlich die Rat-Suchenden und ihre Anliegen sind. Es kann sein, dass eine Begegnung ausreicht oder mehrere notwendig erscheinen. In diesem Fall können auch die Abstände zwischen den Begegnungen variieren. Im Schnitt liegen Beratungsprozesse bei etwa sechs bis acht Sitzungen, die zwei bis vier Wochen auseinanderliegen.

Freiwilligkeit
Fürsorgliche Beratung ist für beide Seiten freiwillig. Allein die nächste, verabredete Sitzung ist für alle verbindlich. Darüber hinaus gibt es Absprachen, aber keine verpflichtenden Verträge über Anzahl oder Frequenz weiterer Sitzungen. Damit eröffnet sie Freiheit in einem verbindlichen und geschützten Rahmen.

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